Ein christliches Ehepaar ist am Dienstag in Pakistan von einem Mob bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Die aufgebrachte Menge warf den beiden die Entweihung eines Korans vor.
Der Vorwurf, einzelne Seiten eines Korans verbrannt zu haben, bedeutete für ein christliches Ehepaar den Tod
Die Polizei in der Provinz Punjab teilte mit, die beiden Christen seien von einer aufgebrachten Menschenmenge gefoltert und bei lebendigen Leib verbrannt worden. Die Peiniger beschuldigten das Ehepaar der Schändung des Korans. Konkret sollen die Christen Seiten des „heiligen Buches“ verbrannt haben.
Nach Polizeiangaben haben die 35 und 31 Jahre alten Eheleute in einer Ziegelbrennerei im Distrikt Kasur gearbeitet. Wegen schlechter Bezahlung hätten sie ihre Arbeit aufgeben wollen, erklärte ein Angehöriger. Darüber seien sie mit ihrem Chef in einen Streit geraten, weswegen der Chef die Koranschändung erfunden habe.
Auch die Kinder wurden beinahe ermordet
Über Nacht seien die beiden Christen laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit ihren vier Kindern von ihrem Chef festgehalten worden. Am folgenden Tag hatte sich die Nachricht von ihrer angeblichen Blasphemie bereits verbreitet und eine Gruppe von Muslimen aufgebracht, erklärten die Behörden. Die wütende Menge habe das Ehepaar in einen Brennofen geworfen. Laut Augenzeugen hätten einige Täter es auch auf die vier Kinder abgesehen, seien aber von anderen Personen davon abgehalten worden, auch diese in den Ofen zu werfen.
Der Vorfall ereignete sich laut Katholischer Nachrichtenagentur (KNA) am Dienstag in Kot Radha Kishan, etwa 60 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Lahore. Diese Lynchjustiz werde nun von einer Kommission untersucht, versichert der Polizeidirektor Shahbaz Sharif. Die Polizei habe bereits 50 Verdächtige festgenommen.
Blasphemie ist ein schwerwiegender Vorwurf im muslimischen Pakistan. Selbst unbestätigte Gerüchte über Beleidigungen des Islam können Krawalle durch die Bevölkerung auslösen. Wer der Blasphemie beschuldigt wird, droht Opfer von Angriffen zu werden. (pro)
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