Die Herrnhuter Brüdergemeinde ist für ihre bunten Papiersterne weltweit bekannt. Vor 100 Jahren wurde das Patent dafür angemeldet. Seitdem werden die Sterne mit ihren 25 Zacken nach dem gleichen Verfahren hergestellt – mit einer selbsttragenden Konstruktion.
Anlässlich des Jubiläums gibt es Sterne auch in zwei der ursprünglichen Farbgebungen: weiß mit grünem oder mit blauem Kern, meldet der MDR. Ursprünglich wurden die sternförmigen Zacken mit Rähmchen aus Metall zusammengefügt.
Den ersten Herrnhuter Stern gab es bereits 1821. Damals hatte er noch 110 Zacken. Er bestand aus den Farben weiß und rot, die die Reinheit und das Blut Jesu Christi symbolisierten. Ihren Namen haben die Sterne von der Herrnhuter Brüdergemeinde, einem Ort in der Oberlausitz, an dem sich Anfang des 18. Jahrhunderts Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und Mähren niederließen.
Sonderanfertigungen für das Bundeskanzleramt
1897 entwickelte der Geschäftsmann Pieter Hendrik Verbeek das erste Modell, das sich zusammensetzen und auseinander legen ließ. Verbeek ließ seine Erfindung patentieren. Seit 1925 konnten die Zacken direkt miteinander verbunden werden, statt Metallrahmen kamen nun Papprähmchen zum Einsatz.
Heute erledigen 160 Mitarbeiter sowie weitere 30 bis 40 Saisonarbeitskräfte die Herstellung der 60 verschiedenen Modelle. 2021 wurden 780.000 Sterne aus Papier oder Kunststoff produziert. Neben den kleineren Sternen gibt es immer wieder Einzelanfertigungen für Kirchen oder öffentliche Gebäude, etwa das Bundeskanzleramt, den Berliner Dom oder das Intercontinental Hotel Düsseldorf.