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Pädagogik

Sicher online gehen

Bund, Länder und verschiedene Verbände wollen Kinder besser vor Gefahren im Internet schützen. Dazu starteten sie am heutigen Freitag gemeinsam die Initiative "sicher online gehen – Kinderschutz im Internet". Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) unterzeichnete die entsprechende Charta.

"Es geht hier sowohl um den Schutz als auch um die Stärkung der Eigenverantwortung", wird sie von der Nachrichtenagentur dpa zitiert. Adressat seien vor allem Eltern, die besser informiert werden sollen. Zudem gehe es darum, mehr technische Möglichkeiten wie spezielle Kinder-Suchmaschinen zu schaffen. "Wir wollen das Angebot für Kinder im Netz ausbauen und es stärker vom Angebot für Erwachsene trennen", ergänzte Schröder. Ziel sei es, den Kindern einen sicheren Surfraum zu bieten.



So schlagen die Initiatoren auf der Webseite dialog-internet.de anerkannte Jugendschutzsoftwares vor. Diese Programme, die von der Kommission für Jugendschutzmedien geprüft werden, funktionieren wie ein Filter, meldet das Nachrichten-Portal "RP Online". Die Anbieter von Internetseiten melden ihnen, für welche Altersgruppe die Inhalte der Seite geeignet sind. Wer das Programm installiert hat, kann für Kinder ungeeignete Seiten dann nicht abrufen. Derzeit gibt es zwei solcher anerkannten Programme.



"Schritt in die richtige Richtung"



In Zukunft solle es "weitere Programme weiterer Anbieter geben", forderte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) auf "RP Online". Lösungen für verschiedene Betriebssysteme und mobile Anwendungen müssten gefunden werden. "Je mehr Anbieter dabei mitmachen, umso wirksamer ist der Schutz", erklärte Tillich. Neben der Weiterentwicklung von Jugendschutzprogrammen wollen sich die Initiatoren der Kampagne künftig auch beim Aufbau eines Netzes für Kinder engagieren.



Der Schritt ist bei etlichen Institutionen auf breite Zustimmung gestoßen. Neben der "Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK) haben sich etwa auch "Cineplex Deutschland", "Constantin Film" und "Paramount Home Entertainment" als Partner der Initiative angeschlossen.



Als "Schritt in die richtige Richtung" begrüßte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware Maximilian Schenk die Initiative: "Der Schutz Minderjähriger kann nicht nur die Aufgabe der Politik sein, sondern ist eine Verpflichtung aller." Deshalb müssten Eltern, Pädagogen und weitere Erziehungsverantwortliche um das Jugendschutzprogramme wissen und diese anwenden. Unterstützt wird die Initiative auch von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), deren Vorsitzender Siegfried Schneider bei der Vorstellung der Initiative betonte: "Kinder sollen die vielfältigen Chancen des Internets nutzen können und möglichst selten auf seine Risiken stoßen." 


"Herausforderung wird in Zukunft nicht kleiner"



Laut der JIM(Jugend, Information, Media)-Studie von 2011, die vom Forschungsverbund Südwest herausgegeben wird, geht bereits jedes dritte Kind zwischen 12 und 13 Jahren vom eigenen Zimmer aus ins Internet. Um zu prüfen, wie die Kinder das Internet nutzen, müssen Eltern viel Zeit einplanen: Laut Studie sind 39 Prozent der 12- bis 13-Jährigen täglich online und verbringen 80 Minuten im Internet. "Mit zunehmendem Nutzungsverhalten steigt auch das Risiko, dass Kinder auf nicht jugendfreie Inhalte stoßen" wird Alexandra Koch-Skiba vom Verband der deutschen Internetwirtschaft auf "RTL.de" zitiert.



Nicht nur die Nutzungshäufigkeit des Internets stellt viele Eltern vor ein Problem, sondern vor allem ist das Nutzungsmedium immer schwieriger zu kontrollieren. Inzwischen besitze nämlich jeder dritte Jugendliche ein internetfähiges Handy und das stelle eine weitere Herausforderung dar, so Koch-Skiba. Diese werde in Zukunft nicht kleiner. (pro)


VON: jw | 06.07.2012

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