SUCHE 
NachrichtenFernsehenRadioInternetPolitikWirtschaftGesellschaftPädagogikJournalismusBücherFilmMusikKommentarVideos
 
Nachrichten

Zollitsch ruft islamische Staaten zu Religionsfreiheit auf

In keinem muslimischen Land gibt es echte Religionsfreiheit. Das hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, im Gespräch mit der "Deutschen Presse-Agentur" (dpa) erklärt. Er forderte eine "Kultur echter Toleranz gegenüber Christen" von den Muslimen.

Zwar habe sich die Lage der Kirche in manchen Ländern verbessert, insgesamt aber stehe das orientalische Christentum unter wachsender Bedrängnis. Christen würden von radikalen Muslimen verfolgt und ausgegrenzt. Sie würden daran gehindert, ihre Religion auszuüben. "Wir als Kirche setzen uns weltweit für Religionsfreiheit ein. Die derzeitige Entwicklung bereitet uns große Sorge", sagte Zollitsch. "Die Christen sind derzeit die meist verfolgte Religion in der ganzen Welt."

Die katholische Kirche werde daher noch intensiver als bisher auf das Problem aufmerksam machen. Für den 26. Dezember organisiere sie in Deutschland einen "Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen." Zollitsch: "In den Fürbitten am Zweiten Weihnachtsfeiertag wollen wir Katholiken an die Christen denken, die weltweit ausgegrenzt, unterdrückt oder gar getötet werden."

Zollitsch ging auf die Umwälzungen im arabischen Raum ein. "Wir haben gehofft, dass mit dem arabischen Frühling auch ein Stück Religions- und Meinungsfreiheit kommt. Aber wir spüren jetzt am Beispiel Ägypten, dass die Entwicklung eher in die gegenläufige Richtung geht." Ägypten drohe zu einem Religionsstaat zu werden - mit der Scharia als oberster Regel für alle Lebensbereiche. Das Christentum werde damit verdrängt.

"Dort, wo es keine Religionsfreiheit gibt, geraten auch die anderen Freiheiten unter Druck. Die Menschenrechte als ganze sind dann gefährdet." Die westliche Welt müsse dies klarmachen. Das Pochen auf Menschenrechte müsse stärker als bisher Bestandteil der Außen-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik werden. Zudem sollten sich Touristen fragen, in welches Land sie reisen. "Es darf nicht nur um schöne Ziele gehen, sondern auch um die Frage, was moralisch vertretbar ist." Ein Regime der Unfreiheit dürfe nicht finanziell unterstützt werden, auch nicht von deutschen Urlaubern.

Kauder und Beck unterstützen Zollitsch

Unions-Fraktionschef Volker Kauder hat am Freitag ebenfalls auf die Benachteiligung von Christen in zahlreichen Ländern hingeweisen. In Diktaturen wie Nordkorea sei es lebensgefährlich, sich zum Christentum zu bekennen. In Afrika würden Gemeinden etwa in Nigeria, Mali und auch in Kenia Ziele terroristischer Gewalt. Im Zuge des syrischen Bürgerkrieges drohe der großen christlichen Gemeinde des Landes die Entwurzelung. Die Union wolle sich weiterhin für die Religionsfreiheit einsetzen.

Volker Beck, der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, teilte mit, auch seine Partei unterstütze das Anliegen Zollitschs. "Islamische Politiker müssen begreifen, dass es keine Menschenrechte ohne die Gewährung der Religionsfreiheit für Anders- oder Ungläubige gibt. Wie wir in Deutschland über die Integration des Islam in das deutsche Religionsverfassungsrecht diskutieren, so muss auch in islamischen Ländern an der Gleichstellung und dem Schutz vor Diskrimierung der religiösen Minderheiten gearbeitet werden", erklärte Beck. In vielen islamischen Staaten seien fundamendale Prinzipien der Religionsfreiheit nicht gewahrt. Zugleich kritisierte der Politiker die katholische Kirche: "Ihr Anspruch, die katholische Sexuallehre und Vorstellung von Ehe und Familie zur Grundlage der staatlichen Gesellschaft zu machen, stellt auch eine Verletzung der Prinzipien der Religionsfreiheit und der weltanschaulichen Neutralität des Staates dar." (dpa/pro)


VON: al | 21.12.2012

Name
Name
Kommentar
E-Mail
E-Mail
Kommentar
 

Kommentare [1] >>>

  • B. Gscheidle | 21.12.2012 15:17:10

    Wenn die moslemischen Staaten diese Aufforderung von Zollitsch umsetzen wollten, dann müssten sie den Koran verbieten. Was Herr Zollitsch fordert, ist leider blanke Illusion! Koran, Sure 2,191-193: Und tötet sie, wo ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Der Versuch zu verführen ist schlimmer als Töten. Jedoch kämpft nicht bei der heiligen Kultstätte gegen sie, solange sie nicht dort gegen euch kämpfen! Aber wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie! Derart ist der Lohn der Ungläubigen. Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), so ist Allah barmherzig und bereit zu vergeben. Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), darf es keine Übertretung geben, es sei denn gegen die Frevler.

Musik

"Songtalent"-Gewinner im Interview

Christian Schellenberg hat auf dem Kirchentag in Hamburg den christlichen Musikwettbewerb "Songtalent 2013" gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich gegen rund 250 Bewerber durch. Im Interview mit pro erzählt er, dass er ursprünglich gar nicht an dem Contest teilnehmen wollte. mehr ...

Nachrichten

Kirchentag in 3 Minuten

Mehr als 150.000 Gläubige waren vom 1. bis 5. Mai in Hamburg, um den Kirchentag mitzuerleben. Promis aus Politik, Kultur und Wirtschaft haben über aktuelle Gesellschaftsthemen diskutiert und Bibelstellen ausgelegt. pro war dabei und hat Impressionen und Stimmungen für Sie festgehalten. Erleben Sie den Kirchentag noch einmal mit, kompakt in drei Minuten. mehr ...

Internet

Top 10: Diese Politiker haben die meisten Follower

Welche Politiker sind die Stars im Netz? Dieser Frage ist das Meinungsforschungsinstitut Forsa nachgegangen. Demnach hat Angela Merkel derzeit die meisten Follower in Sozialen Netzwerken. Herausforderer Peer Steinbrück liegt auf Platz drei. mehr ...



PRO Medienmagazin PRO Kompakt PRO WerteBibliothek

© 2005–2013 | Das Christliche Medienmagazin pro ist ein Arbeitsbereich des Christlichen Medienverbunde KEP e.V. | www.kep.de