Lieblingskomponist Bach im Pop-Gewand
"Bach würde es gefallen"
Die Idee für die Familienproduktion kam dem Musik-Dramaturgen Jan Vering, einem Freund der Falks. Für Dieter Falk selbst ist Johann Sebastian Bach ein großes Vorbild. Er ist sich sicher: "Ohne Bach wäre ich bestimmt nicht Musiker geworden". Die Mutter war Chorleiterin und Klavierlehrerin, so hatte er seine ersten Berührungspunkte mit der Musik in seiner Familie und der Kirche. Auch im Chor sang Dieter Falk selbst mit. "Matthäus-Passion, Weihnachtsoratorium, die Choräle – das ganze Programm". Schon damals mochte er "das Klare und Mutige in den Harmonien", erzählt Falk. Dass auf der ersten gemeinsamen CD mit seinen Kindern nun ausgerechnet Bach zu hören ist, ist kaum verwunderlich: "Meinen Lieblingskomponisten wollte ich meinen eigenen Kindern selbst nahe bringen."
Die Jungen hören normalerweise andere Musik. Die Werke Bachs waren ihnen bis dahin kaum bekannt. "Ich höre gerne Coldplay, Robbie Williams, Madonna, Pop, Alternativ – alles was im Moment so in ist", erzählt Paul, und Max stimmt ihm zu. Außer Operette und Hip Hop oder Dance hört auch er "alles querbeet". An Bach haben die beiden dann allerdings tatsächlich Spaß bekommen: "Wir haben die Musik ja verpoppt, man kann jede Musik verpoppen oder umkehrt Pop zu klassischer Musik machen", erzählt Paul. Und er fügt hinzu: "Ich glaube, Bach würde es gefallen. Bach war zu seiner Zeit so modern. Wenn er heute leben würde, säße er auch hinter den modernsten Rechnern und Keyboards."
Falk weiß: "Die bisherigen Bearbeitungen von Bach sind ja schon älteren Datums: Ekseption, Jacques Loussier, Emerson, Lake & Palmer‘ – das ist alles schon 30, 40 Jahre her. Wir bieten etwas Neues, weil es poppiger und etwas jugendlicher ist." Die Interpretationen sind eine bunte Mischung aus Pop, Rock, Jazz und Gospel. So haben die drei dem Choral "Jesu bleibet meine Freude" ein recht rockiges Gewand verpasst. "In Dir ist Freude" verwandelten die Musiker von dem ursprünglichen Tanz im 3/4-Takt in eine rockige 4/4-Version. Die zunächst langsame Melodie von "Gloria / Wachet auf ruft uns die Stimme" steigert sich zu einer Swing-Version mit Bläsersätzen.
Großes Medieninteresse
Das Album ist von den Vorlieben jedes Einzelnen geprägt: "Paul ist ein absolut guter Hammond-Orgel-Spieler und Max als Groove-Schlagzeuger eher ein Rockmusiker. Diese Mischung, gepaart mit gospelartigem Piano von mir, ist wohl der Hauptstil", sagt Falk. Neben weltbekannten Bach-Stücken wie "Air", "Praeludium Nr. 1" oder "Badinerie" hat sich Falk auch für zahlreiche Choräle entschieden. "Jesu, meine Freude", "Wer nur den lieben Gott lässt walten" oder "Was Gott tut, das ist wohlgetan" sind Titel, die "ziemlich offensiv mit christlichen Inhalten gespickt sind", erklärt der Musiker. "In unseren Konzerten sitzt in der Regel etwa ein Drittel Leute, die mit Kirche nichts am Hut haben, und es ist interessant, wie die das nachher interpretieren. Mitunter kommt man hinterher ins Gespräch und sie fragen, wie kommt ihr zu dieser Art von Musik – zu dieser frommen Musik."
Das öffentliche Interesse an der neuen CD ist groß. Zahlreiche Konzerte stehen ins Haus. Von acht Fernseh- und sieben Radiosendern gab es Anfragen, unter anderem vom ARD-"Morgenmagazin", vom ZDF für das Magazin "Volle Kanne" oder die "Adventsshow", wo die Falks am 27. November und am 4. Dezember auftreten werden. Auch Sat.1 hat für die Sendung "weck up" am 30. Oktober angefragt. In den Printmedien sind es nicht nur christliche Publikationen wie "Chrismon" oder "Teensmag", die auf die Falks aufmerksam wurden; Berichte erscheinen auch in Zeitungen wie der "Rheinischen Post", in der "Westdeutschen Zeitung" oder im Magazin "Keyboards, Sound & Recording".
"Wir müssen aufpassen, dass wir es mit den schulfreien Tagen für die Kinder nicht übertreiben", so Falk. Aber bisher haben die Noten nicht unter der musikalischen Arbeit der Jungen gelitten. Konzerte werden auf die Wochenenden gelegt, mögliche Touren auf die Ferienzeit. Trotz der vielen Arbeit sind sich alle drei einig: "Das macht einfach Spaß". Nach den Konzerten verbringt die Familie gezwungenermaßen viel Zeit auf der Autobahn. Auf dem Weg nach Hause wird dann "stundenlang über die Auftritte und über Gott und die Welt gesprochen – das schweißt zusammen", berichtet Dieter Falk. Und Paul meint sogar: "Das können wir bis an unser Lebensende so machen". (pro)
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