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Gesellschaft

Angst vorm Atheismus?

Humanisten machen sich für ein Leben ohne Gott stark. Dazu betreiben sie eigene Pressedienste oder Internetseiten. Im Zuge ihrer "Bus-Kampagne" warben sie vor vier Jahren mit dem Slogan: "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott". Pro hat Reinhard Hempelmann von der "Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen" gefragt, ob er sich deshalb Sorgen macht.
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Lesen Sie das ausführliche Interview mit Reinhard Hempelmann in der aktuellen Ausgabe der pro 2/2012. Kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.

VON: js | 11.04.2012

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Kommentare [23] >>>

  • Triofan | 27.04.2012 17:10:04

    Der christliche Glaube fundiert doch auf folgenden Annahmen: Der furchterregende, zornbebende Rachegott des altenTestaments hat sich vor etwa 2000 Jahren eines Besseren besonnen und ist zum Gott der Nächstenliebe geworden. Gleichzeitig hat er eine Metamorphose durchgemacht und wurde zur multiplen Persönlichkeit, Vater, Sohn und Hl. Geist in Personalunion. Er hat ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau angefangen und diese per Telepathie geschwängert und sich selbst , den Sohn, noch mal gezeugt. Er war also sein eigener Vater!!! Dieser Mann, der sein eigener Vater war, ist nach seinen Foltertod am Kreuz, den er selbst gewollt hat, von den Toten auferstanden und nach 40 Tagen leibhaftig in den Himmel aufgestiegen. Von dort kann er meine Gedanken lesen und mein Schicksal auf der Erde beeinflussen!!! Wenn ich dieses nicht glaube, dann ist es wieder vorbei mit der Nächstenliebe, ich werde dann nach meinen Tode auf das grausamste bestraft! Herr Hempelmann, können Sie das mit Ihrem Verstand vereinbaren? Ich kann das nicht. Diese „Wahrheit“ wird seit 2000 Jahren auch mit gewalttätigen Methoden in der Welt verbreitet. Wenn es jetzt endlich Menschen und Organisationen gibt, die gegen so einen offensichtliche Unsinn argumentieren, dann ist das nicht aggressiv, sondern ein Zeichen der Vernunft. Sie müssen das einfach mal ertragen.

  • Herbert Huber | 26.04.2012 15:49:41

    Wenn Atheisten im Jahr 2009 auf einem Bus ihre Position vertreten ist dies nach Reinhard Hempelmann (u.v.a.) ein kämpferischer Atheismus. Die katholischen Christen verkünden täglich öffentlich und lautstark ihren Glauben. Mindestens alljährlich ziehen sie in Prozessionen durch unsere Städte. Doch wenn einmal in vielen Jahren ein Bus herumfährt ist es kämpferisch, Bischöfe nennen es auch militant und Papst Benedikt XVI. nannte es aggressiv-kämpferisch. Sie alle sollten Mt 7,3 lesen und beherzigen.

  • frings, katharina | 24.04.2012 12:13:35

    Herr Hempelmann hat - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - noch nie versucht, den e r s t e n Schritt zu tun (nach dem Versprechen: " - dann komme ich dir einhundert entgegen" und er hätte - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - einen Beweis bekommen!!! So einfach ist das! Und ausserdem, wenn man so etwas behauptet, sollte man es in irgendeiner Form beweisen können. Ansonsten lebt der gute Herr Hempelmann, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich, auf der risikoreicheren Seite... Wie wäre es, wenn er ernsthaft einmal versuchen würde, um Erkenntnis zu bitten (beten), dann hätte er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - zumindest für sich den Beweis! Oder will er der Weise sein, der zum Narr wird?! Mit an Sicherheit grenzenden freundlichen Grüssen Katharina Frings

  • Stephan_ATH | 23.04.2012 19:10:06

    @SiggiB mit Verlaub, auch diese Thesen wurden - und werden - zu Recht negiert. Und der Verweis auf Evolution findet keine Bezugnahme auf meine Statements. Zur Sache: es stellt sich nicht die Frage, wer mir das Tanzen verbieten möchte. Ob Staat oder Kirche - beide Institutionen haben nicht das Recht, ihre (religiösen) Präambeln auf meine Freizeitgestaltung anzuwenden. Punkt. Aus! Am Thema vorbei geht auch die Argumentation, Atheisten 'fordern' eine staatliche Verabschiedung vom christlichen Glauben. Ein Staat ist dazu überhaupt nicht in der Lage; nur das Individuum ist dazu befähigt. Aber spätestens der Ansatz, der Mensch ohne Gott begünstigt sozial-darwinistisches Gemeinwesen, ist infam und klerikaler Faschismus! Evolutionsbiologie ist Naturwissenschaft und erhebt keinen Anspruch auf moralischer Überlegenheit. In gleichem Atemzug könnte man behaupten, Gravitation verpflichte den Menschen, vom Hochhaus zu springen. Hingegen stellt sich die Frage, weshalb Prinzipien der Menschenrechte und -würde in den vergangenen 400 Jahren 'entwickelt' wurden - komischer Weise mit Beginn der Aufklärungsepoche - und die 1.600 Jahre davor, während das Christentum seine Hochkonjunktur erlebte, Prinzipien wie Liebe und Vergebung genauso misslich waren, wie Gleichberechtigung und Emanzipation. Letztere genannte mache ich nicht zum Vorwurf, da sie auch von der Bibel völlig ausgeklammert wurden, sprich keinerlei Erwähnung fanden. Oder anders: sprechen wir Japan den Zivilisationsstatus ab, weil sie die vergangenen 2.000 Jahre gänzlich ohne Christentum 'ausgekommen' ist? Die proklamierte Agenda des Atheismus besagt [átheos], "ohne Gott". Fertig! Was dort hinein interpretiert wird, definiert ein Weltbild gänzlich anderer Couleur. Ein Atheist kann Humanist sein, aber auch Rassist. Er kann Diktator sein, oder eine demokratische Partei wählen. Nichts davon mag dem Atheismus eine weitergehende Agenda verleihen; in jedem Fall bleibt er nur "ohne Gott". So gibt es gar Atheisten auf Kirchenbänken, die längst die Gottesvorstellungen des Christentums ad acta gelegt haben, aber die soziale Komponente der Kirche schätzen. Der 'politische Atheismus' ist ein säkularer, ein laizistischer Atheismus. Mein Atheismus ist ein militanter, ein 'Anti-Theistischer'.

  • SiggiB | 20.04.2012 15:59:40

    @Stephan_ATH Ich finde dieses "Ich versetze mich mal in die Lage des anderen"-Spiel spannend und will es mal aufgreifen. Angenehm an Deinem Kommentar ist auch, dass er ohne die häufige "Die Evolution wird Euch Christen eh alle ausradieren!"-Polemik auskommt. >>Dem folgend, wird ein allzu kritischer, 'starker' Atheismus als Kraft gewertet, die den (besitzenden) Theisten etwas wegnehmen möchte.<< Es geht ja immer auch um Politik. Wenn Atheisten z.B. darauf bestehen, unbedingt auch am "stillen Feiertag" Karfreitag laut und öffentlich zu tanzen, tangiert das die Gesetzgebung. (Als ein Beispiel) Außerdem geht es darum, dass Atheisten oftmals verlangen, dass der Staat sich immer mehr vom christlichen Glauben verabschiedet. Kreuze raus, Religionsunterricht nur noch als Hobby, die Evolutionstheorie darf auf keinen Fall hinterfragt werden etc. Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass Christen meistens davon überzeugt sind, dass gerade das Christentum und seine wichtigsten Inhalte: Vergebung und Liebe, eine zivilisierte Gesellschaft erst formten und formen. Schmeißt man also das Christentum aus unserer Kultur, bleibt nur noch der Mensch ohne Gott, und damit die Gefahr, dass Egoismus und das Gesetz des Stärkeren regieren. Die Evolutionstheorie scheint vieles ja zu begünstigen: Alte, Schwache und Kranke "nützen" der restlichen Population nichts mehr, sie fallen zur Last, warum sie nicht aus dem Weg schaffen - der Evolution zugute. Atheismus bedeutet m. E. nicht nur, dass etwas fehlte (nämlich Gott), dahinter steckt ja letzenendes genau so eine Agenda wie hinter dem "es gibt" (einen Gott).

  • Stephan_ATH | 20.04.2012 15:40:38

    aus der Perspektive eines Hempelmann macht das alles schon Sinn. Dem Atheist 'fehlt' etwas. Und etwas 'haben' ist immer besser als der Mangel. Dem folgend, wird ein allzu kritischer, 'starker' Atheismus als Kraft gewertet, die den (besitzenden) Theisten etwas wegnehmen möchte. Der philosophische, 'schwache' Atheismus - welcher von Apologeten bevorzugt behandelt wird - setzt sich hingegen mit seinem Mangel auseinander und erkennt die Relevanz, jedoch nicht die Existenz, einer göttlichen Wahrheit. Hempelmann sagt, wer atheistisch, also 'ohne', leben will, der soll das doch tun. Aber er soll den anderen das 'etwas' nicht wegnehmen. Das wäre 'respektlos'. Doch was er nicht erkennt: Dieses 'ohne' wird durch religiöse Gruppierungen aufgeladen mit 'etwas', so dass ein 'ohne' in der Gesellschaft gar nicht aktiv gelebt werden kann. Eine Protest gegen dieses 'etwas' bezieht sich also auf das Selbstbestimmungsrecht eines jeden einzelnen - stärkt also den Pluralismus - und richtet sich überhaupt nicht gegen den Glauben oder Gott. Es steht für ein Leben !ohne! diese Attribute. Respektlos sind die, die meinen, ihre Vorstellungen vom Leben auf die Gesellschaft ummünzen zu müssen. Zum Beispiel, in dem sie Religionsunterricht propagieren und Kindertaufen exerzieren. Oder Moralvorstellungen aus einem Buch herausleiten, dessen Gesinnung einer Ethik entstammt, die genauso rückständig ist, wie Speichenräder aus Holz. Nein, Herr Hempelmann! Der respektlose Atheist respektiert das Individuum - und toleriert deswegen nicht Ihre solipsistische, vereinnahmende Geisteshaltung.

  • Marie O. | 13.04.2012 22:17:52

    Da möchte ich auch herzlichst zurück schmunzeln. Nicht so überheblich wie Herr Hempelmann, denn meines kommt von Herzen oder besser von meinem Verstand. Jahrhunderte lang hatten die Kirchen ihren Spaß mit den Atheisten, nun gönnt ihnen doch auch mal eine wenig Spaß mit der Kirche. Die versprechen ja auch, dass es nicht so schmerzhaft sein wird, wie der Spaß, den sich die Inquisition mit den Ketzern erlaubt hat. Ein wenig Bauch- und Kopfschmerzen auf eurer Seite und das war's schon. Das Übrige wird die Evolution schon richten - In zweitausend Jahren wird die christliche Religion nur noch eine Fußnote in den Geschichtsbüchern sein.

  • Julian | 13.04.2012 15:10:33

    das interview zeigt wieder einmal sehr schön, dass von den kirchen-anhängern mit zweierlei maß gemessen wird. sie selbst dürfen einen riesigen haufen blendwerk zur manipulation der massen nach außen tragen so laut und breit und aufdringlich es nur geht, mit hölle und verdammnis drohend. und dabei behaupten sie auch noch, dass nur sie den menschen von sünden befreien und zur erlösung führen könnten... humanisten aber, die lediglich logisch argumentieren und zu eigenem, kritischen denken anregen wollen (man denke etwa an das zitat von michael schmidt-salomon aus dem manifest des evolutionären humanismus - übrigens das beste buch, das ich je gelesen habe!), "provozieren", sind "respektlos" und "schauen [auf gläubige] herab"?! also, liebe humanisten da draußen: weiter so, schließt euch zusammen, vermehrt euch, seid laut und erregt aufmerksamkeit und vor allem: informiert, sodass mehr menschen in der lage sind, eigene ansichten zu entwickeln!!

  • Videogucker | 13.04.2012 12:26:16

    @Arnulf Ähm - Demokratie? Wenn die Tradition eines Landes nun mal christlich ist (und wir sprechen hier von tausend Jahren) und wenn die Mehrheit nun einmal so entscheidet, dann brauchen die Atheisten nicht so ein Fieber bekommen und Menschen persönlich anzugreifen. Ihr macht Euch doch nur lächerlich. Wenn denn Atheisten irgendwann mal die Mehrheit haben sollten oder solche, die eine vollkommene Neutralität (auch in den Schulen) wünschen - dann bittesehr! (Dahin tendiert es ja ohnehin.) Das ist das Schöne an einer freien Gesellschaft. Aber dieses Theater, das Atheisten da veranstalten, dieses sich als darbende Opfer Darstellen, ist für Euch kontraproduktiv. Ihr könnt doch froh sein, dass wir in einer freien Gesellschaft leben, wo jeder für seine Religion einstehen kann. Nichts anderes sagt Hempelmann. Nur: Wer im Fieber ist, hört vielleicht nicht richtig?

  • Arnulf | 13.04.2012 11:31:41

    @Videogucker Einer der letzten Sätze:"Wie kann ein überzeugender Religionsunterricht in den Schulen weiterentwickelt werden?" Es wird schon in den Schulen massiv Einfluss genommen. Nicht für den Islam, nicht für den Buddhismus, nicht für eine der anderen Religionen auf dem Planeten, nein, nur fürs Christentum. Danach redet er Hempelmann über die Säkularisierung. Wer ist denn hier fanatisch? Zählen sie mal im Stillen alle Institutionen, Gesellschaften und Mitspracherechte der Kirchen auf, was fällt ihnen auf? Die Humanisten sind weder seit 2000 Jahren organisiert, noch haben sie diesen finanziellen Background. Stellen sie sich vor sie sich vor, die Rechte wären genau umgekehrt, mit allen Realitäten. Was würden sie machen?

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