Schneider ruft zum Widerstand gegen Rechtsextremismus auf
Rechtsextremismus mit der Bibel konfrontieren
Die Antwort auf die Frage, wie Christen mit dem neuen Rechtsextremismus umgehen sollen, "kann nur lauten: Indem wir ihn aus unserer eigenen Tradition heraus, also aus der Mitte der biblischen Botschaft, mit denjenigen Kernbotschaften konfrontieren, die das Wesen des christlichen Glaubens ausmachen und die dem Rechtsextremismus entgegenstehen", sagte Schneider. Als "Kernbotschaft" bezeichnete er unter anderen Gottesebenbildlichlichkeit für alle Menschen. Sie sei die theologische Grundlegung für die das Grundgesetz prägende These von der gleichen Würde aller Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Rasse, ihrer Nationalität oder Religion. Weiter nannte er die besondere Beziehung Gottes zum Volk Israel, wie es die Heilige Schrift an verschiedenen Stellen bezeuge. "Das Judentum ist und bleibt die tragende Wurzel unseres christlichen Glaubens", betonte der Ratsvorsitzende. "Wenn unsere christlichen Kirchen sich vom Judentum – und das heißt konkret von Jüdinnen und Juden! – abschneiden, werden sie verdorren!"
Ferner wies Schneider anhand einer ganzen Reihe von Bibelstellen darauf hin, dass das "Grundanliegen des Schutzes für Fremde" wie ein roter Faden die Gesetzestexte des Alten Testaments durchzieht. Schließlich habe auch Jesus dafür plädiert, Fremde gastfreundlich aufzunehmen, und Paulus habe im Galaterbrief deutlich gemacht: "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau. Denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus." Sein Fazit: "Ein biblisch-theologisch fundierter Glaube ruft alle Christenmenschen und die christlichen Kirchen in den Widerspruch und Widerstand gegen alle Formen von Rechtsextremismus."
Widerspruch und Widerstand
Deshalb sollten Widerspruch und Widerstand vielfältig und in allen wesentlichen Arbeits- und Aufgabenbereich der Kirche zuhause sein, forderte der Ratsvorsitzende. Die Frage, ob die Kirchen öffentlich für ein Verbot der NPD eintreten soll, ließ er jedoch offen: Manches spräche dafür, auf der anderen Seite wäre der Ausgang eines Verfahrens fraglich. Vorrangig solle man "um diejenigen Menschen ringen und ihre Herzen und Köpfe zu gewinnen suchen, die rechtsextremistische Parteien wählen".
Zum Umgang der Kirche mit dem neuen Rechtsextremismus in den eigenen Organisationsstrukturen sagte Schneider: "Die Kirchen müssen in ihren eigenen Reihen weder bei haupt-, noch bei ehrenamtlich Mitarbeitenden dulden, dass diese gleichzeitig in einer rechtsextremistischen Partie aktiv sind. Ja, sie dürfen es nicht dulden!" Deutlich schwieriger sei die rechtliche Handhabe gegenüber rechtsextremistischen Gemeindegliedern, die kein kirchliches Amt wahrnähmen. Hier müsse an erster Stelle die seelsorgliche Rücksprache über das missbilligte Verhalten stehen.
Scheider hielt seinen Vortrag in Aachen bei einer Tagung in der Katholischen Akademie zur "Woche der Brüderlichkeit", die seit 1952 jedes Jahr im März stattfindet. Sie wird vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ausgerichtet und hat den jüdisch-christlichen Dialog, die Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden sowie die Aufarbeitung des Holocaust zum Ziel. (pro)
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bording | 09.03.2012 10:19:27
"Die Morde der so genannten "Zwickauer Zelle" seien gleichsam "nur die Spitze des Eisbergs", sagte Schneider" ......................................................................................... Man sollte einmal die Gerichtsverhandlungen abwarten, und dann erst die Lager beurteilen....... Vor - Verurteilungen sind kontraproduktiv... Oder beurteilt Herr Schneider auch die weltweiten Christenverfolgungen und MORDE die in die 100 tausende von Christen gehen auch, .... und spricht darüber......?? Ich kenne keine Aussagen von diesen rechtslastigen Kommentaren, die sich gegen die weltweiten MORDEN an Christen, von den Muslimen verübt werden........?? Diese behaupten sofort, - "es sei nicht religiös bedingt, sonder kriminell......" ABER der KORAN schreibt ihnen diese Handlungsweise vor, ALSO doch RELIGIÖSE ....... Vorschriften, für die sie in den Himmel kommen. Versprechungen der Religion, - die sie nie einlösen müssen. Mit anderen Worten BETRUG an Leichtgläubigen Herr Schneider pflegt keine ausgewogene Sichtweise. gr bording
Baldur Gscheidle | 05.03.2012 19:22:06
Teil 1 „Kampf gegen Rechts!“ Das ist ja gerade politisch und gesellschaftlich gesehen “IN“. Dieser Schlachtruf geht heute quer durch die Parteien, welche die Bürger von den Kleinen bis zu den Erwachsenen mit dieser Parole beschallen. Ob CDU/CSU, SPD, GRÜNE oder auch LINKE, alle stoßen ins gleiche Horn. Es gibt fast kein anderes Thema mehr. Nun fordert auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider seine evangelischen Schäflein auf, doch an diesem Kampf teilzunehmen. Natürlich sind diese schrecklichen Morde der Neonazis nicht hinzunehmen. Aber hat hier nicht zuallererst der deutsche Staat versagt? Die BRD hat es noch immer nicht nach fast 70 Jahren geschafft, die Rechten Parteien auszutrocknen und in der Versenkung verschwinden zu lassen. Stattdessen fehlt und fehlte es an einer Politik, die solch rechtes Gedankengut aus den Köpfen dieser fehlgeleiteten Leute bringt. Es wäre aber auch einmal angebracht, wenn Präses Nikolaus Schneider sich einmal an die Jahre der braunen Diktatur erinnern würde. Da waren die Vorzeichen auch in der Kirche gerade umgekehrt. Es galt Rechts vor Links! Der braune Diktator wurde als Retter vor dem Kommunismus betrachtet. In diesen Jahren der NS- Zeit mussten die deutschen evangelischen Kirchenleiter, Pfarrer und Bischöfe den Treue-Eid auf Adolf Hitler schwören. Und dies hat nicht Hitler, sondern die Evangelische Kirche angeordnet! Wer von den Pfarrern diesen Eid verweigerte, konnte nicht länger im kirchlichen dienst verbleiben. Auch die damalige Bekennende Kirche empfahl den Pfarrern diesen Eid auf Hitler abzulegen. (http://www.humanist.de/kriminalmuseum/bekirche.htm) Wo war hier ein breiter Widerstand bei den verantwortlichen Leitern zu finden? In diesen Jahren hat sich die EK den regierenden Nazis angedient. Da wurde in den Kirchen für den großen Sieg gebetet. Gott aber hat diese Gebete nicht erhört! Auch bedeutende diakonische Werke waren für Hitler bereit. (Ernst Klee, die SA Jesu Christi, die Kirchen im Banne Hitlers. Fischer Verlag,1989). Nur wenige leisteten damals Widerstreit und legten Protest ein, wie der jetzt posthum zur „kirchlichen Ikone“ hochstilisierte Pfarrer Dietrich Bonhoeffer. Er landete im Gefängnis und wurde hingerichtet. (http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Dietrich_Bonhoeffer) Andere starben in den Konzentrationslagern. Widerstand erforderte in dieser Zeit großen Mut und kostete den Einsatz des eigenen Lebens.
Baldur Gscheidle | 05.03.2012 19:18:26
Tei 2 Richtig ist, dass wir als Christen für die Tradition des Judentums dankbar sein dürfen. Diese wertvolle Tradition bezeugt sich für uns im „Tanach“. Der Tanach ist die Heilige Schrift (Bibel) des Judentums. Er besteht aus den drei Hauptteilen Tora („Weisung“), Nevi'im („Propheten“) und Ketuvim („Schriften“), deren Anordnung ihrem Alter und abgestuften theologischen Rang weitgehend entspricht. Diese Sammlung kennen wir als das Alte Testament. (http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach) Für Christen gehören jedoch weder der „Babylonische Talmud“, noch der „Zohar“ und die „Kabbala“ aus der jüdischen Überlieferung zum christlichen und biblischen Glauben. Das sollte hier einmal gesagt sein. Für Christen gilt allein das Wort der Bibel. Nun fordert Präses Nikolaus Schneider dazu auf, die „Rechtesextremen“ mit der Kernbotschaft der Bibel zu konfrontieren. Ja, das ist gut, aber warum kommt dieser Gedanke erst jetzt? Das sollte eigentlich schon immer die Aufgabe der Evangelischen Kirche sein, alle Menschen, ob nun Kirchenmitglieder oder nicht, mit der „Frohen Botschaft“, dem Evangelium zu erreichen. Das ist Mission, aber die ist im klassischen Sinn letztendlich in der Kirche verpönt. Schneider bezieht sich als den Kern der Botschaft mit welcher er die Extremen erreichen will, auf die Gottesebenbildlichkeit des Menschen. Die Kernbotschaft der Bibel hat aber noch eine andere Dimension. Es geht Jesus nicht zuerst um diese Ebenbildlichkeit, sondern ER ruft den Menschen zur Um- und Abkehr von der Sünde auf. • Von der Zeit an fing Jesus an, zu predigen und zu sagen: Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbei gekommen! Mt 4,17 Dies passt jedoch nicht in das Verständnis einer historisch-kritischen Theologie. Auch Präses Schneider lehnt den biblischen Gedanken eines stellvertretenden Sühnetodes Jesu für den Sünder ab. Allein dieser Glaube an Seinen Tod für den einzelnen Menschen, kann den Menschen ändern, zu einem „Neuen Menschen“ machen! Ja, nun sollte die EKD einmal ihre Mitarbeiter und Mitglieder durchforsten und die gefundenen Nazis aussortieren! Hätte sie das nur schon in den Jahren des Nationalsozialismus getan!
Sir Toby | 05.03.2012 10:46:19
<i>Schließlich habe auch Jesus dafür plädiert, Fremde gastfreundlich aufzunehmen,...</i> Ach, hat er das? Und ... für wie lange ... soll man sie gastfreundlich aufnehmen? Für EINE Generation, für ZWEI Generationen, für DREI Generationen ...??
Sascha | 04.03.2012 20:40:18
Was man als Christ tun kann? Vielleicht den Linksruck der ursprünglich christlich-konservativen CDU umkehren und dadurch die Wahl von rechten Parteien weniger attraktiv machen? Wer als Konservativer früher die CDU gewählt hat ist heute fast dazu gezwungen, rechtere Parteien zu wählen, wenn man seine konservativen Werte nicht aufgeben will.
beobachter | 04.03.2012 17:52:08
glaubt herr schneider ernsthaft das wenn er alles was in zeitungen steht nachplappert das davon mehr menschen in die kirche kommen? ich erwarte von meiner kirche das sie gottes wort verkündet. alles was ich bekomme sind aber weltliche themen. oder schweigen im walde wenn man anecken könnte. und nur fürs protokoll. die nazis sprich die nsdap war eine zu tiefst linke partei. "Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)" sozialistisch und arbeiterpartei macht das schon klar und wer weiter sucht wird sofort fündig. aber wir haben ja alle aus der geschichte gelernt und darum sind wir gegen rechtsextrem ...