Quo vadis, "Weltbild"?
Der Verlag war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, da er Medien mit fragwürdigen Inhalten vertreibt. So waren Werke des Evolutionsbiologen und Gottesleugners Richard Dawkins im Angebot, aber auch Bücher über Esoterik, Erotik und Astrologie. Noch vor drei Wochen habe der Münchener Kardinal Reinhard Marx daher auf den Verkauf gedrängt: "Der erste Fall, wo die Kirche Entweltlichung handfest praktiziert, ist der Weltbild-Konzern."
Nun nimmt die Entwicklung der "FAZ" zufolge jedoch einen anderen Lauf. Demnach bereitet der Aufsichtsratsvorsitzende der "Weltbild"-Gruppe, Generalvikar Peter Beer aus dem Erzbistum München, ein Papier vor, das die negativen Folgen eines Verkaufs für Buchhandel und Kirche aufzeigt. Das Papier soll kommende Woche zur Vollversammlung der deutschen Bischöfe vorliegen. Dort soll auch die Zukunft des Verlags thematisiert werden.
Von dem Verlag mit Sitz in Augsburg profitieren die Bistümer dank eines Umsatzes von 1,6 Milliarden Euro wirtschaftlich. Der Verlag ist mit 18 Prozent der größte Einzelakteur im deutschen Buchhandel. Dennoch gibt es bislang keinen Interessenten, der "Weltbild" übernehmen möchte. Der ausschlaggebende Grund, vom Verkauf abzusehen, sei aber die Kritik an den sozialen Folgen für die 6.400 Mitarbeiter der "Weltbild"-Gruppe, vermutet die "FAZ".
Eine Alternative zum Verkauf bestehe darin, einen Mittelweg zwischen Eigentum und Verkauf einzuschlagen und "Weltbild" einer juristischen Person zu vermachen. Dieser könne man dann soziale und kirchliche Ziele vorgeben. Mit diesem Schritt wäre auch eine inhaltliche Neuausrichtung des Verlags denkbar, denn die drei Ausschüsse, die bislang das Verlagsangebot auf moralische Bedenken hin überprüft haben, würden nicht ausreichen. (pro)
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Weiterführende Links zu dem Thema
- Den Link zum FAZ-Artikel finden Sie hier: [http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/katholische-kirche-ein-neuer-plan-fuer-weltbild-11658706.html]
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Elvis | 26.02.2012 01:26:21
"Gottesleugner" "Medien mit fragwürdigen Inhalten" "soziale und kirchliche Ziele vorgeben" Derartige Begriffe haben in einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft keinen Platz.